Tief im Winterwald lag viel weißer Schnee. Es war Heiligabend. Die Tiere im Wald freuten sich sehr. Denn heute Nacht kam der Weihnachtsmann.
Der kleine Fuchs Finn saß vor seinem Bau. Seine Nase war ganz kalt. Er dachte fest nach.
„Mama“, fragte Finn, „wer bringt eigentlich dem Weihnachtsmann ein Geschenk?“
Die Fuchsmutter lächelte leise. „Niemand, mein Schatz. Der Weihnachtsmann bringt die Geschenke zu den Kindern und zu den Tieren. Das macht ihn glücklich.“
Finn schüttelte den Kopf. Seine roten Ohren wackelten. „Das ist nicht gerecht. Jeder soll sich an Weihnachten freuen. Ich will ihm etwas schenken!“
Aber was brauchte der Weihnachtsmann? Ein Spielzeug? Nein, dafür war er wohl zu groß. Eine dicke Beere? Die schmeckte im Winter nicht mehr gut.
Da spürte Finn den kalten Wind. Der Wind sauste durch die Tannen. Puh, das war eisig! Und der Weihnachtsmann saß die ganze lange Nacht auf seinem Schlitten.
„Er braucht warme Hände!“, rief Finn fröhlich.
Finn lief los. Er suchte die weichste Waldwolle. Er fand helles Moos unter dem Schnee. Die Vögel schenkten ihm kleine, weiße Federn. Die Hasen gaben ihm etwas von ihrem weichen Winterfell ab.
Finn trug alles zu seiner Höhle. Mit seinen Pfoten rollte er das Moos und die Federn zusammen. Mama half ihm ein bisschen. Am Ende hielt Finn zwei dicke, kuschlige Fäustlinge in den Pfoten. Sie waren grün und weiß. Sie waren wunderbar warm.
Nun lief Finn zur großen Waldlichtung. Dort stand eine alte Tanne. Jedes Jahr hielten die Rentiere hier kurz an. Finn legte die Handschuhe auf einen flachen Holzstumpf. Daneben legte er ein schönes, rotes Winterblatt. Auf das Blatt hatte er mit einer Pfote ein Herz gemalt.
Es wurde dunkel. Die Sterne funkelten wie kleine Lichter am Himmel. Finn versteckte sich hinter einem Busch. Er wartete ganz still.
Kling, klang, kling!
Aus der Luft erklangen feine Glöckchen. Ein großer Schlitten glitt lautlos herab. Da stand er: der Weihnachtsmann! Er hatte einen dicken roten Mantel an. Sein Bart war weiß wie Zucker.
Der Weihnachtsmann stieg aus dem Schlitten. Er pustete in seine kalten Hände. Dann sah er den Holzstumpf.
„Nanu? Was liegt denn da?“, sagte der Weihnachtsmann mit tiefer, freundlicher Stimme.
Er nahm das rote Blatt in die Hand. Er lächelte. Dann sah er die Fäustlinge. Der Weihnachtsmann zog sie gleich über seine Hände. Sie passten ganz genau!
„Oh, wie herrlich warm!“, rief der Weihnachtsmann laut. „Wer hat mir denn so eine große Freude gemacht?“
Finn kicherte leise hinter seinem Busch. Ein Zweig knackte leise. Der Weihnachtsmann drehte sich um. Er sah zwei rote Fuchsohren im Schnee spitzen. Seine Augen leuchteten vor Glück.
„Danke, kleiner Fuchs“, sagte der Weihnachtsmann sanft. „Das ist das schönste Geschenk auf meiner ganzen Reise.“
Er legte ein kleines Päckchen für Finn in den Schnee. Dann winkte er noch einmal und stieg auf seinen Schlitten. Mit einem fröhlichen Rufen flog er wieder in den Sternenhimmel hinauf.
Finn lief zum Holzstumpf. In seinem Päckchen lag ein herrlich süßer Honigapfel. Finn biss hinein. Er war rundum glücklich. Es war das schönste Weihnachtsfest auf der ganzen Welt.